Posterous theme by Cory Watilo

1- Teil Morgen Session 20.11.2011

Hallo, hier meine Mitschrift:
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Donnerstag, 20.10.2011
9:00 Uhr: Blitzlicht - Organisatorisches

Modul 6: Promotion und dann?
Auswertung Umfrage: Wo und Wie sehe ich mich in 20 Jahren? (Martin Krieg)

24 Personen
26-42 Jahre, Durchschnitt 62,5% weiblich, 37% männlich
75% ledig, 25% verheiratet

Perspektive: Ferne Zukunft in 20 Jahren

2/3 machen sich starke Gedanken um die Zukunftsperspektiven
über 50% finden die wiss. Laufbahn an der Uni als attraktiv

Perspektive: Nähere Zukunftsplanung (in den nächsten 5 Jahren)

wichtigstes: bessere Qualifikation, 2/3 Gehaltsverbesserung, kaum Wünsche für Selbständigkeit

Ideale Zukunft: Einklang Arbeit und Privat,
negativ: Unsicherheit

nähere Ergebnisse per Email bald

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3 Einzelvorträge:

Schritte nach der Promotion:
Post Doc Phase und Juniorprofessur als Königsweg?
Junior Prof. Torben Schmidt, Leuphana Universität Lüneburg
seit April 2011 Juniorprofessor

Scheitern gehört dazu, aber weitergehen muss man ja trotzdem!!!
Abgabe der Dissertation
Danach? Immer Plan A und B mitgedacht (Lehrerausbildung, Selbständigkeit mit Nachhilfe oder Lernsoftware-Entwicklung)
Metapher des Güterbahnhofs: Wo stehen die Weichen gut? Und wo nicht?

Nicht bis zum Abschlussdatum X warten, sondern vorher sich schlau machen (Gibt es an der eigenen Uni Möglichkeiten zur Überbrückung), Zufall durch Netzwerke (Leute kennen und reden!!! Gibt es eine Möglichkeit? Ich mache gerade XY! Gibt es Möglichkeiten?), also für 14 Monate abgedeckt (auch wenn nur geringes Gehalt dabei gab), Die Zeit nutzen zur Konzipierung des Habil-Projektes und Bewerbungen bei verschiedenen Stipendiengebern (lange Bearbeitungszeit beachten, schlechte Kommunikation), beim Scheitern wird man besser, Nachfragen warum man nicht angenommen wurde (kann sehr hilfreich sein) – Feedback einfordern (Ausland, breiter aufstellen) – Frustrationsgefahr, Anschubhilfe: 3 Monate Junior Research Fellow (Zugriff auf Hilfskräfte, Berater, Forschungskolloquien-Teilnahme, Vernetzung), wieder Weiterbewerbung!

Schlüsselkompetenz: im Ausland: als GastprofessorIn anbieten für ein Semester
(Lehrerfahrung im Ausland, Forschungserfahrung, internationale Projekte)


Bei Bewerbungen um Juniorprofessuren: zwei mal auf Platz 2, beim 3. Versuch erfolgreich
Durchhalten lohnt sich, sehr schlechte und kuriose Erfahrungen im Bewerbungsprozess: keine Kommunikation, falsches Zurücksenden, Problem Seilschaften – darum, nicht jede Absage ist tatsächlich aufgrund der Bewerbung begründet, sondern kann vielfältige „anderweitige“ Gründe haben – darum: Nachhaken!

dann in Lüneburg erfolgreich (Tenure Track Option beachten, Verstetigung möglich durch Kriterien oder Rufabwehr, all diese Optionen immer prüfen und abfragen!)

Ruf nach Freiburg? (W3 Professur) – Bleiben oder Gehen? Abwägeprozesse (auch privat motiviert, aber natürlich auch karrieretechnisch relevant – strategisch wichtig)

Zufälle sind entscheidend!!!

3 Aspekte verschiedener Wege in der Postdoc Phase:
a)Mitarbeit in Drittmittelprojekt
Vorteil: Erfahrung im Projektkonzept sammeln (sich breiter aufstellen)
Eigene Erfahrung einbringen
oder reine Aufgabenerfüllung (und evtl. Weiterarbeiten am eigenen Forschungsprojekt)

b)Postdoc-Stipendium
Problem: Forschungsstipendium (u.U. Verbot von Lehre) – Versuchen thematisch breiter aufstellen
eigene Kranken- und Sozialversicherung als Selbständiger (Bsp. 1500 Euro „Gehalt“ mit 320 Euro Krankenkassenbeitrag „Selbständiger“)
anders: Post-Doc Stelle (nicht lange zögern!!!) - wichtige Voraussetzung mit Junior Professur
(neues Projekt, Weiterentwicklung, nicht direkt nach Dissertation gleich bewerben
(Forschungspreis musste versteuert werden)

c) Juniorprofessur
vollwertiges festes Mitglied am Institut, Gleichberechtigung, hohe Akzeptanz an der Uni
klare Bewertungskriterien für Tenure Track
Vorteil bei W2/W3 Professuren
Habil soll eigentlich durch Juniorprofessur ersetzt werden (Dialog fordern!!!), trotzdem Habil fertig machen (weil immer noch wichtig)
Juniorprofessur ist ein guter (unverzichtbarer) Karriereschritt auf eine W2/W3 Professur!
Auch: habilitationsadäquates Forschungsprojekt auch weiterverfolgen

Generell:
Am Ball bleiben und sich konsequent verbessern! (Weiterqualifizierung)
Um weiter zu kommen, muss ich mich bewerben (Paradox: durch externen Ruf sich an der eigenen Uni festigen) und immer wieder nachhaken, sich kümmern!

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2. Teil kommt von jemand anderem :-)

Protokoll zum Streitgespräch - 19.10.11

Click here to download:
Streitgespräch.doc (24 KB)
(download)

Streitgespräch: Klassische Textanalyse versus Digital Humanities

Frau Szöllösi-Brenig stellt die Redner vor.

 

Zugang zu LitWissenschaft:

Müller Nielaba: Ist direkt am Text interessiert. Sieht strukturelle Unterschiede zwischen literarischen und anderen Texten.

Lauer: Kommt aus der Literaturgeschichte – Sozialgeschichte der Literatur. Theoretische Ausrichtung: Keine Semantik ohne Pragmatik. Es muss klar sein, wer, was, wann mit welcher Intention sagt. Neuste Frage: Gibt es ganz andere Zugriffe auf Literaturwissenschaft, beispielsweise computergestützte Zugänge?

 

L: 1. Digital Humanities = Computergestützte Methoden in den Geisteswissenschaften.

Er geht davon aus, dass die DH die alten Methoden ersetzen werden und neue schaffen. Erläutert diesen Gedanken anhand eines Beispiels aus der Archäologie; vergleich von Ausgrabungsergebnissen.

2. Going Science = Empirisierung der Geisteswissenschaften. Methoden aus den Hard Science gehen in die Geisteswissenschaften ein.

3. Fragestellungen in den Geisteswissenschaften werden neu aufgestellt: Was machst du mit einer Million Büchern? Alt: Sie nicht lesen! Neu: Mithilfe von Computern durchlesen/durchsuchen lassen!

4. Kanon der Geisteswissenschaften wird enthierarchisiert.

5. Computer erlauben neue Textarbeit: Beispielsweise konnten strukturelle Gemeinsamkeiten in Texten von psychisch Kranken entdeckt werden.

6. Typus des Geisteswissenschaftlers verändert sich. Gruppenarbeit verdrängt Einzelgängertum.

7. Aufgabe der Geisteswissenschaft ändert sich.

 

MN: Lauer schlägt auf, MN antwortet. Daran sieht man schon die Dialogstruktur.

1. Vorstellung es sei die Sinnfrage, der man durch die DH entkomme sei irrig. Dem hermeneutischen Zirkel kann nicht entronnen werden. Alles ist Teil von allem.

2. Erweitern, erneuern, ersetzen … L hat „teilweise“ eingefügt.

3. Wer Geisteswissenschaften verwissenschaftlichen möchte muss klarstellen, dass die Geisteswissenschaften keine Wissenschaft sind. DH können nur bestehen, wenn sie die bestehende GW als Basis anerkennen; es geht nur in einem Dialog.

4. Es gilt auch zukünftig die Texte zu entdecken, deren Aussagen, Inhalte …

 

L: Man braucht wissenschaftliche Selbstreflexion. Wichtig ist aber, dass die Literatur im Kern des Fachs steht.

Ein großer Unterschied durch DH entsteht durch die Möglichkeit zu scheitern, Generell kann man in den GW nicht scheitern. Man liest einen Text und sagt etwas dazu. In der neuen GW (mit DH) kann man scheitern. Vielleicht fallen mehr und mehr Fächer mit der Zeit aus dem Rahmen „Geisteswissenschaft“ heraus.

 

SB: Wo sehen Sie die GW in der gegenwärtigen Gesellschaft und in der zukünftigen?

 

MN: Vorweg: Schweiz ist ein Einwanderungsland. Es gibt viele Leute ohne bildungsbürgerlichen Hintergrund, diese wollen konkrete Erfahrung in der Kultur der deutschen Sprache sammeln.

Im 18. Jh. Wird der Mensch erfunden, es wird weiteres an diesem neuen Forschungsobjekt entdeckt usw. Neue Wissenschaften greifen ein. Es entwickelt sich eine sehr komplexe Gemengelage der man nicht mit Computertechnik beikommt. Nur die alte Technik des Lesens kann solche Entwicklungen auseinander nehmen, diese Intertextualität aufdecken, auslösen und verständlich machen.

Der Status der GW ist der: Wir sorgen dafür, dass Informationen nicht verloren gehen, die in den Texten stecken.

 

L: DH ermöglicht einen weiten Zugang zu Kulturgütern. Kulturelles Erbe wird auf der ganzen Welt unhierarchisch verbreitet. Doch ob diese Aufgabe noch GW ist, ist nicht von Interesse.

Sind Texte wirklich so verzwickt, dass sie von einem Computer nicht in ihrer Fülle verarbeitet werden können? Computer können schon heute klar unterscheiden, ob der Text von einem Mann oder einer Frau stammt oder welcher Autor genau dahinter steckte. Vieles kann noch nicht aufgelöst werden, aber die Dynamik in der Entwicklung ist rasend und es kann jederzeit möglich werden, tiefste Strukturen aufzudecken.

 

MN: Der Vergleich GPS vs. Landkarte kann nicht auf das Lesen mit und ohne DH angewandt werden. Der Computer kann keinen semantischen Sinn aufdecken, dazu müssten sie sich im Verlauf der Lektüre verändern. Menschen wandeln sich in jedem Moment; lernen dazu. Erst bei sich selber entwickelnden Programmen kann es anders sein.

 

L: Um Computern Feinheiten beizubringen, beispielsweise die indirekte Rede, muss diese formalisiert werden. Doch gerade dadurch wird man bei der Erforschung genauer. Man kann sich nicht auf Gefühle verlassen, man muss sie formulieren können.

 

SB: Kontraproduktiv wäre es, wenn die gegensätzlichen Ansätze gegeneinander arbeiten würden. Man sollte die Entwicklung gemeinsam vorantreiben.

Wege und Karrieren in der Geisteswissenschaft

(download)

18. 11.2011

Lebenswege und Perspektiven der Geisteswissenschaften

Zwei Themenkomplexe:  1)Familie und wissenschaftliche Karriere

2)(wissenschaftliche) Karriere außerhalb der Universität

 

Dr. Marcel  Lepper (Leiter des  Forschungsprogramms im Literaturarchiv Marbach -> verantwortlich für Projektarbeit, Konferenzen und Stipendien des Literaturarchivs)

 

Die zwei Gesichter der Geisteswissenschaft

 

Literaturarchiv Marbach -> Wie ist das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst?

Literatur Archiv Marbach befasst sich mit der Genese aber auch Sammlung von Literatur seit 1750, vereint also Wissenschaft und Kunst.  Steht in ständiger Kommunikation mit diversen Öffentlichkeiten, dennoch wird intensive Forschung betrieben.  Es umfasst Archiv, Forschungsinstitut und Museum. Es handelt sich dabei um ein offenes Archiv, umfasst bspw. die Sammlung Suhrkamp.

Biographisches

1.       Janusköpfigkeit  der Geisteswissenschaften, nämlich „musisches Gesicht und szientifisches Gesicht“.

Dr. Marcel Lepper versuchte stets beide „Systeme und deren Brüche“ kennenzulernen. Dies war erhellend für seinen Lebensweg, allerdings, so Lepper, könne ein solcher Weg, im Rahmen von stark disziplinär ausgerichteter Forschung, auch risikoreich sein.

2.        Frustrationserfahrung

Asymmetrie (in Massenstudiengängen) zwischen  Lehrenden, die gefühlt seit Jahrhunderten das Gleiche dozentieren und bspw. Erstsemster_innen. Diese und andere Frustrationserfahrungen öffnen auch neue Potentiale und neue Wege.  Man kann auch Dinge tun, ohne dass bereits alles vorstrukturiert vorgegeben wurde. Marcel Lepper tat dies bspw. während seiner Dissertationsphase, in der er Soireen und Tagungen organisierte.

3.       Internationalisierung

Besteht nicht nur daraus, „mal ein Jahr ins Ausland zu gehen“, wie Karriereplaner das empfehlen. Im Forschungsalltag wird man mit weitaus stärkeren Internationalisierungserfahrungen konfrontiert, die auch den Blick für verschiedene Wissenschaftssysteme offenbaren.

Zusammenführung: Im Wissenschafts- und Forschungssystem gibt es Gestaltungsspielräume, Lern- und Frustrationserfahrungen. Ferner kann man in Forschungsprozessen  (insb. in geisteswissenschaftlichen und solchen, die mit (viel) Material zu tun haben) Heuristiken und Qualitätsstandarts entwickeln.

Früher hat man im Archiv einfach immer alles gesammelt  und dachte: „Irgend wen wird’s schon Interessieren“.  Man muss aber wissenschaftliche Interessen auch mit Fördermaximen kombinieren und Vernetzung betreiben. Vernetzungs- und Kooperationsinteresse von geisteswissenschaftlicher Forschung und (öffentlichen) Instituten ist groß.

Dr. Andreas Hoffmann (Leiter des Buccerius Kunst Forums in Hamburg, Dozent für Medienmanagement)

Brückenbauen

„Kultur und Kreativwirtschaft in Deutschland – Eine attraktive Zukunftsperspektive für die Geisteswissenschaften“

Die Kultur- und Kreativbranche (umfasst elf  Branchen der Kultur-und Kreativwirtschaft, auch Softwareprogrammierung) ist eine Zukunftsbranche: Kultur- und Kreativwirtschaft setzt gegenwärtig  Güter und Leistungen im Wert von 60 Mrd Euro um.  Prognose für 2020:  175.000.000.000 Mrd Euro.

„Geisteswissenschaft bringt einen einzigartigen Rucksack an Problemlösungskompetenzen mit sich“. Allerdings soll man „strategisch“ vorgehen, bspw. Jura oder BWL als Nebenfächer während des Studiums wählen und Praktika machen.

Geistige Flexibilität, kommunikative Fähigkeit analytische Kompetenzen sind zwar Kernkompetenzen derGeisteswissenschaftler_innen, aber auch kein Automatismus – sie müssen erarbeitet werden.

Geisteswissenschaftler als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Publikum

Biographisches

Karrierewechsel durch Netzwerke, Zusatzqualifikationen und konkrete Berufserfahrungen

Wissenschaft-> Museum -> PR -> PR im Museum -> Kulturmanagement (Programmleiter)

Geisteswissenschaften in den Kulturinstitutionen:  Geisteswissenschaftler_Innen bauen Brücken zwischen Kulturen, Zeiten und Räumen (gerade in der Globalisierung).

Kein Land der Welt hat so eine große Dichte an Kulturinstitutionen wie Deutschland, bspw. 6800 Museen. Allerdings haben bspw. 2603 Museen nur weniger als 5000 Besucher im Jahr. 6000 Museen bieten ca 30.000 Arbeitsplätze (aber diese Zahlen sind nicht verifiziert). -> Ambivalente Situation für junge Geisteswissenschaftler_innen in Kulturinstitutionen im gegenwärtigen Deutschland.

Zukünftig wird es verstärkt um die Verbindung von Wissenschaft und Praxis gehen. Dabei werden zunehmend auch Aspekte des Managements relevant (wirtschaftliche, strategische und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen). In Institutionen arbeitet über die Hälfte aller Mitarbeiter_innen im nicht-wissenschaftlichen Bereich. Nur wenige Volontär_innen, Direktor_innen etc..  Die Wissenschaftslandschaft in der BRD reagiert mit  über 230 Weiterbildungsprogrammen für Kultur-und Medienmanagement auf diesen Trend. Bedarf an praxisorientierten Studiengängen ist ebenfalls  sehr groß.

PD Dr. Katharina Rohlfink: Professorin/AG Leiterin Universität Bilefeld

Familie und Karriere: Risikobereitschaft, Durchhaltevermögen,  Methodenkompetenz-und Vielfalt, Glück

Linguistische Literaturwissenschaft studiert

Promotion: Fachwechsel

Postdoc (USA) -> keine Perspektive in Deutschland, selbst Antrag für den DAAD erarbeitet, in drei Laboren gewesen, kaum Zeit zu publizieren, aber eigene Forschergruppe (Programm: Emmy Noether PhaseI), 

Universität Bielefeld: AG Angewandte Informatik, Mensch-Maschine-Interaktion, Emmy Noether Phase II wurde abgelehnt, wg. zu wenigen Veröffentlichungen, aber ein Jahr Finanzierung der eigenen Stelle, mit „Auflage“, die eigene Methode zu optimieren

2006 Dilthey Fellow, von der VW-Stiftung: Gefühl des Ankommens, nach jahrelangem Straucheln zwischen Disziplinen und Methoden

2008 Leiterin einer Forschungsgruppe im Exzellenzcluster „Cognitive Interaction Technology“ .  Befasst sich mit der Frage, wie „Wie kann die Interaktion mit einer Maschine intuitiver gestaltet werden?“

Daraus folgte Entfristung der eigenen Stelle. Zusätzlich konnten zwei  Stellen geschaffen werden.

Balanceakt als Leiterin der Forschungsgruppe:  Kann die Tiefe der Arbeit gewährleistet bleiben?

Kind(er) und Karriere

Drei Kinder: 2003 Postdoc-Phase, 2005 Bewerbungsphase, 2009 Habilitation

2003: Mann freiberuflich, kümmert sich anfangs viel um das erste Kind

2005: Mann in fester Anstellung, Unterstützung durch die Mutter

2009: 8 Monate Elternzeit, gelegentlich mit Kindern an der Uni, dann Kita und Tagesmutter

 

„Keine Erziehung passiert ohne Beziehung“  Zitat von Remo H. Largo aus „Kinderjahre: Die Individualität des Kindes als erzieherische Herausforderung“. An dieses Zitat versucht Frau Rohlfink sich zu halten. Kann dies an der Universität Bielefeld auch gut realisieren, man hat Verständnis für ihre Situation.

Zeit

Zeit wird zum relevanten Faktor, wenn man mit drei Kindern  Karriere machen möchte: Während der Arbeit ist Zeit sehr komprimierbar— „Auch in nur fünfzehn Minuten lassen sich Aufgaben bewältigen.“  Zu Hause vergeht hingegen die Zeit sehr langsam. Gleichzeitig wird Freizeit knapp (auf Reisen bspw.).

PD. Dr. Nicole Mayer-Ahuja (Leiterin des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI)

Vier Thesen :

1)      Eigene Perspektiven und Vorstellungsvermögen des eigenen Lebenswegs sind immer an das soziale Herkunftsmilieu gebunden

 

2)      Perspektiven und Karrieren werden noch immer nach Geschlechterstereotypen beurteilt:   Frauen werden anders als Männer behandelt und bewertet. Dies setzt sich in den Frauen fort:  Sie wählen andere Positionen und Berufszweige.

Ein Beispiel der Außenauffassung: „Frauen mit Kind interessieren sich nicht wirklich für die Wissenschaft, Männer hingegen sind vielfältig interessiert“.

 

3)      Vereinbarkeit von Uni und Beruf? Die Universität ermöglicht flexible Arbeitszeiten (dies bedeutet auch ein permanentes Jonglieren mit Anforderungen). Anforderungen an junge Wissenschaftler_innen haben sich in den letzten Jahren vervielfacht.

Meist ist es jedoch so, dass ein Partner in Karrierefragen zurücksteckt.

Frau  Mayer-Ahuja und ihr Mann versuchen beide beides zu kombinieren: Eltern sein sowie eine erfolgreiche Forschungs-Karriere haben. Dies gelingt ihnen durch „Schlafrationalisierung“ sowie eine straffe Organisation des Lebensalltags.

 

4)      Zukunftsperspektiven: Befristete Zeiten an der Universität bringen Unsicherheit mit sich. Welche Auswirkungen hat dabei die 12-Jahresregel? Vergrößerung der Kluft zwischen Professor_innen und jungen Wissenschaftler_innen; Erhöht den Druck auf junge Wissenschaftler_innen, „nach zwölf Jahren in Lohn und Brot zu stehen“. Im Rahmen dieses Prozesses  wurden nicht mehr unbefristete Stellen geschaffen.

Tipps, die Hindernisse der Vereinbarkeit von Kind und Karriere zu überwinden

Strukturelle Zwänge erkennen

Eigene Ziele setzen. „Nur wer von seinem Lebensentwurf überzeugt ist, kann seine eigenen Themen erfolgreich platzieren“

Optimistisch und kämpferisch sein: Die eigene Zukunft(sperspektive) muss man sich erarbeiten, ferner erkämpfen!

WissenSchafft Zukunft – Zweites NaSch-Forum 2011

WissenSchafft Zukunft – Zweites NaSch-Forum 2011

Zweites Forum der NachwuchswissenschaftlerInnen aus den “Schlüsselthemen der  Geisteswissenschaften”

Nachwuchsförderung braucht Dialog und Austausch. Die „Schlüsselthemen“-Initiative der
VolkswagenStiftung versammelt innerhalb ihrer interdisziplinär angelegten Forschungsgruppen
eine Vielfalt unterschiedlicher Kompetenzen und Erfahrungen. Um diese produktiv zu nutzen und
im gemeinsamen Diskurs miteinander zu teilen, werden alle MitarbeiterInnen aus den
Schlüsselthemenprojekten zum zweiten Forum der NachwuchswissenschaftlerInnen eingeladen. Der Erfolg des ersten nasch-forums 2010 und die Tatsache, dass der Bedarf an Austausch ein kontinuierlicher ist, sind nur zwei Gründe, die uns dazu bewegten,  im Jahr 2011 ein zweites Forum zu initiieren

vom 18.- bis 20. Oktober 2011 im Waldschlösschen bei Göttingen.

Das zweite nasch-forum 2011 unter dem Motto WissenSchafft Zukunft soll die Zielsetzung des ersten nasch-forums fortführen, d.h. es soll unter anderem darum gehen, die unterschiedlichen Anforderungen, die es in den Projekten zu bewältigen gilt, – allgemein, aber auch beispielhaft – zu benennen, auszuwerten und zu erörtern. Darüber hinaus wird den TeilnehmerInnen die Möglichkeit zur Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Kompetenz und Eigenständigkeit gegeben. Dabei werden Schlüsselqualifikationen wie Konfliktmanagement, Zeitmanagement und Antragsprosa als Seminarschwerpunkte angeboten. Darüber hinaus gibt es dieses Jahr folgende thematische Schwerpunkte:

  • neue Darstellungsformen wissenschaftlicher Inhalte,
  • rasante Verbreitung digitaler Medien, die aus dem wissenschaftlichen Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken sind,
  • veränderte berufliche Zukunftsperspektive durch sozialpolitische Rahmenbedingungen und den Umbau des Bildungssektors,
  • unterschiedliche Lebensverläufe von und Perspektiven für junge GeisteswissenschaftlerInnen.